Kettcar "Sylt"

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Kettcar "Sylt" (Grand Hotel van Cleef)


"Es gibt Bands, die haben sich abgefunden. Es gibt Bands, die haben sich damit abgefunden, dass man sich damit nicht abfinden kann. Die ihr Dagegensein verkaufen und sich einrichten in ihrer Rebellionsdoppelhaushälfte, die Wände in protestrot gestrichen, auf dem Boden das Widerstandslaminat. Und dann gibt es Kettcar." – so der hauseigene Pressetext der Hamburger Indierocker. Das Debüt der Band wollte 2002 niemand veröffentlichen, also machten sie es kurzerhand selber und gründeten mit Familienunterstützung das Label Grand Hotel van Cleef. Glaubt man den Geschichten, versetzte die Mutter von Sänger Marcus Wiebusch damals sogar ihren Fernseher, um das Startkapital zu sichern. Später lehnten sie dann gar zwei Majorverträge ab – "Nur Idioten brauchen Führer" hieß es schon bei der inzwischen legendären Vorgängerband ... But Alive. Die ersten Kettcar-Songs wurden dann einfach zum Gratis-Download ins Netz gestellt und den unvergesslichen Track "Solange die dicke Frau noch singt, ist die Oper nicht zu Ende" verteilte die Band auf Gratis-Mini-CDs während der ersten Live-Gigs. Das im Oktober 2002 erschienene Debüt-Album entwickelte sich dann schnell zum Indie-Renner – und Kettcar rockten im folgenden Sommer sämtliche Festivalbühnen der Republik. Am 18. April ist nun endlich der inzwischen dritte Longplayer erschienen, der nach sperrigen Namen wie „Du und wieviel von deinen Freunden“ und „Von Spatzen und Tauben, Dächern und Händen“ diesmal schlicht „Sylt“ heißt. "Sylt" ist eine realistische und daher mitunter düstere Chronik, die so gar nichts heimelig Wohltuendes hat – das Album schlägt Krach, es schmerzt, es drängt und ist dabei trotzdem mitreißend tanzbar und leidenschaftlich.

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