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Mehr Kriminalität im Westen
Othmarschen und Ottensen verzeichneten im vergangenen Jahr einen beunruhigenden Anstieg an Verbrechen. Woran lag’s? Und helfen Kameras gegen Kriminelle?
Seit kurzem gibt es an Hamburgs Verbrechens-Brennpunkten Videoüberwachung. An Reeperbahn und Hansaplatz sind Kameras angebracht, ganz nach englischem Vorbild. Die Polizei zieht eine positive Zwischenbilanz und verweist auf die Abschreckung und verbesserte Aufklärung. Jetzt wird in Hamburg diskutiert: Taugt „Big Brother“ für andere Stadtteile? Der deutliche Anstieg an Verbrechen in Altona dürfte so manchen Anwohner zum Nachdenken gebracht haben (siehe auch die Umfrage).
Die Fakten: Laut aktueller polizeilicher Kriminalstatistik, die jährlich veröffentlicht wird, gab es in Othmarschen und Ottensen einen beunruhigen Anstieg der Kriminalität. Während 2007 in Gesamt-Hamburg sogar etwas weniger Verbrechen als im Vorjahr verübt wurden, schlugen die Gesetzesbrecher dort viel häufiger zu. In Ottensen wurden 3.886 Straftaten erfasst – ein Anstieg von gut neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Othmarschen kam es gar zu einem Anstieg von 13,5 Prozent: 2007 wurden dort 1.337 Straftaten verübt. Vor allem registrierte die Polizei eine Zunahme im Bereich Drogen, Sachbeschädigung und Diebstahl aus PKWs. Verkommt das Gebiet zwischen Ottenser Hauptstraße und Waitzstraße zum Magnet für Gangster und Gauner?
Die Polizei wiegelt ab: Sprecher Ralf Meyer verweist darauf, dass ein großer Teil des Anstiegs auf Serientäter zurückzuführen sei. So verübte eine Bande aus Litauen im Sommer eine Reihe von Einbrüchen an Autos. Die Diebe hatten es vor allem auf Navigationsgeräte abgesehen. Mittlerweile sind die Täter gefasst. Im Zusammenhang mit Navigationsgeräten verweist die Polizei darauf, ein Auto nicht mit einem Safe zu verwechseln. „Wertvolle Geräte sollte man nach Möglichkeit nicht im geparkten Auto hinterlassen“, so Meyer. Weitere Faktoren für die gestiegene Kriminalität waren G 8-Gipfel und Außenminister-Konferenz in Hamburg. Die Demonstrationen gegen diese politischen Groß-Events sorgten für vermehrte Sachbeschädigung.
Da der Anstieg zum Teil auf einen „saisonalen Effekt“ zurückzuführen ist, sehen Politik und Verwaltung derzeit keinen Grund für Kameras in Altona: Reinhard Fallack, Sprecher der Hamburger Innenbehörde meint sogar, dass Altona derzeit erfreulich sicher sei: „In Hamburgs Westen ist die Situation eine ganz andere als auf der Reeperbahn, wir planen dort keine Videoüberwachung“, so Fallack.








