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Wo bleibt Altona 93?
Der Traditionsverein muss sich nach einem neuen Standort für sein Stadion umsehen. Zur Debatte stehen die Trabrennbahn Bahrenfeld oder ein neues „Sport-Zentrum Bahrenfeld“ an der Baurstraße
Auf dem Gelände der Trabrennbahn Bahrenfeld? Neben dem UCI-Kino? Oder soll das neue Stadion von Altona 93 ganz woanders errichtet werden?
Diese Frage – und die möglichen Antworten darauf – bewegen Altonas Traditionsclub mehr denn je. Zumal die sich nun konkretisierenden Planungen für den Autobahndeckel der Diskussion in diesen Tagen einen neuen, zusätzlichen Schub verliehen haben.
Der Hintergrund: Altona 93 will (und muss) mittelfristig sein Stamm-Stadion, die „Adolf-Jäger-Kampfbahn“ an der Griegstraße aufgeben und das Gelände verkaufen.
Die Gründe: Das Stadion liegt mitten in einem Wohngebiet und blockiert den Bau von weiteren Wohnhäusern. Zudem ist es so stark renovierungsbedürftig, dass sich Kosten und Aufwand nicht lohnen. Und schließlich ist Altona 93 mit seinen vielen Mannschaften zu groß, um in einem einzigen Stadion einen geordneten Trainings- und Spielbetrieb zu organisieren. Club-Chef Dirk Barthel gegenüber DAS BESTE IM WESTEN: „Allein unsere 35 Jugendmannschaften sind auf sieben weitere Plätze in Altona verteilt. Das ist katastrophal und auch dem Vereinsleben nicht bekömmlich.“
Derzeit sind zwei mögliche Standorte in der Diskussion, von denen der eine wohl noch in diesem Jahrzehnt realisierbar ist, der andere jedoch erst in der zweiten Hälfte der nächste Dekade – wenn überhaupt.
Der eine ist das Gelände der jetzigen Trabrennbahn Bahrenfeld. Im Rahmen des „Masterplans Volkspark“, der den Umbau eines Teils des Parks in einen Sport- und Freizeitpark vorsieht, sollen die Trabrennen auf die Galopprennbahn Horn verlegt und das Bahrenfelder Areal anderweitig genutzt werden. „Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Altona 93 dann dort sein neues Stadion bauen kann,“ meint Bezirksamtsleiter Jürgen Warmke-Rose. In der Tat bietet das Gelände reichlich Platz für ein Stadion, zusätzliche Trainingsplätze sowie Geschäftsstelle und Clubgastronomie.
Dirk Barthel, Präsident von Altona 93
Allerdings hat es auch einen Nachteil: Die Fangemeinde und der Nachwuchs von Altona 93 rekrutiert sich zu großen Teilen aus den Wohngebieten im Zentrum Altonas. Für sie ist die Bahrenfelder Trabrennbahn ein gutes Stück weiter entfernt als die Griegstraße. Barthel: „Natürlich wünschen wir uns einen Platz möglichst nahe der Griegstraße. Allerdings finde ich den Standort Trabrennbahn nicht so schlimm. Hauptsache, es tut sich was...“
Die zweite Standort-Möglichkeit hängt eng mit der Frage zusammen, was letzlich aus dem Deckel über die A7 wird. Gesichert ist bislang die Finanzierung eines so genannten „weichen Deckels“ durch Bund und Stadt, einer Kombination von Deckelung und Lärmschutzmaßnahmen. Dieser Deckel ist jedoch zu schwach, um Wohngebäude, Stadien oder Turnhallen zu tragen. Auf ihm sollen Grünanlagen entstehen.
Jetzt hat allerdings die Handelskammer Hamburg ihren Vorschlag eines – teureren – „harten Deckels“, den sie mit Hilfe von Immobilien-Investoren für finanzierbar hält, erneut in die Diskussion eingebracht. Der Plan sieht – neben einem Neubaugebiet mit dem Namen „GartenStadt Altona“ in Höhe des Volksparks – unter anderem ein „Sport-Zentrum Bahrenfeld“ an der Baurstraße vor. Dort gibt es bereits zwei Sportplätze, die der Bahrenfelder SV im vergangenen Jahr von der Stadt übernahm und jetzt in Eigenregie betreibt. Und dort könnten, so die Handelskammer-Planer, ein zusätzliches Stadion, Tennispläze sowie Turnhallen entstehen und Altona 93 ein neues Domizil bieten.
Ob dies jedoch realisiert wird, ist ungeklärt. Die Planungsgespräche zwischen Stadt und Bund sind noch in den Anfängen. „Da ist noch alles im Fluss“, sagt Kerstin Feddersen, Sprecherin der zuständigen Stadtentwicklungsbehörde zu DAS BESTE IM WESTEN.
Falls aus den jetzigen Gedankenspielen auf Papier jedoch tatsächlich ein harter Deckel aus Beton wird, vergehen mindestens noch sieben Jahre. Erst in 2015 ist mit einer Fertigstellung der Überdeckelung zu rechnen.
Dass Altona 93 soviel Zeit hat, ist fraglich. Schon jetzt will die Ligamannschaft, sollte sie in die Regionalliga aufsteigen, ihre Heimspiele auf dem Sportplatz „Hoheluft“ des SC Victoria austragen. Bezirksamtsleiter Warmke-Rose zu der Stadortfrage, ob sichere Trabrennbahn oder unsicherer Deckel: „Manchmal ist es besser, man hat den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.“





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