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Hitfabrik aus Ottensen
Neues Scooter-Album schaffte den Sprung von Null auf Eins der britischen Album-Charts und schubste Madonna von der Spitze. Produziert wurde es in Hamburgs Westen
Nicht nur Schiffe starten hier in die große, weite Welt: Das in Neumühlen produzierte Album „Jumping all over the World“ der Techno-Band Scooter landete nur eine knappe Woche nach Erscheinen am 7. Mai auf Platz 1 der britischen Album-Charts – und kickte dabei ganz nebenbei US-Popkönigin Madonna vom Thron.
Entstanden ist der Chartbreaker in den Sheffield Underground Studios des Labels Sheffield Tunes – einem Tochterlabel von edel-records, zu finden im futuristischen Glas-Stahl-Bau Neumühlen 17, direkt an der Elbe – da kann man schon mal „Yeah!“ schreien, wenn man von der Arbeit aufblickt und aus dem Fenster sieht. 
Genau das hat Scooter-Frontmann H.P. Baxxter wieder getan: Seit 1994 schreit er sich mit sinnfreien Anfeuerungsrufen wie „Hyper Hyper“, „Jigga, Jigga“ und „Move Your Ass“ regelmäßig in die Top Ten der deutschen Charts. Die Wirkung seiner Worte sei ihm wichtiger als deren Bedeutung, soll der gebürtige Ostfriese mal gesagt haben. Und auch wenn „Frontpage“, das Sprachrohr der Techno-Szene, sie als „Techno-Deppen“ betitelt und die PRINZ sie als „drei Einzeller im Hyperspace“ verspottet – der Erfolg gibt Scooter Recht: So hat die Techno-Band es mittels einfachster Beats, größtenteils gecoverter Melodien und gebrüllter Vocals als einzige deutsche Band geschafft, 20 Top Ten-Hits in ihrer Karriere zu platzieren.
Dabei fing alles ganz harmlos an: Nämlich als H.P. Baxxter noch Hans Peter Geerdes hieß, in Bramfeld wohnte und bei edel-records im Telefonmarketing arbeitete. Dort erhielt er den Auftrag für einen Remix des House-Tracks „Vallee de Larmes“ – wegen der Jahrmarktklänge der Vorlage wurde das Projekt dann auf den Namen Scooter getauft. Der Remix floppte zwar, aber bereits mit der zweiten Single „Hyper Hyper“ schaffte Scooter den Durchbruch, die Single erreichte Platin-Status.
Mehr als zehn Millionen Tonträger in über 30 Ländern haben die Hamburger seitdem verkauft. Und jenen, die den ehemaligen Jura-Studenten Baxxter trotzdem für dumm verkaufen wollen, hat der „Marktschreier unter den Techno-Acts“ (laut.de) längst den Wind aus den Segeln genommen: 1994 kürte ihn eine RTL-Show zu „Deutschlands klügstem Promi“. Im gleichen Jahr veröffentlichte er zudem ein Hörbuch mit Kurzgeschichten von Thomas Bernhard.
Am liebsten macht der Mann mit dem Megaphon aber immer noch das, was er am besten kann – im Takt Schreien, am liebsten live (etwa am 1. August in der Zitadelle, Berlin). Nur zu Hause muss Hans Peter Geerdes in Zukunft vielleicht ein wenig leiser sein, um den Familienfrieden zu wahren: In einem Zeitungsinterview verriet der erfolgreiche Schreihals unlängst, worum seine Frau Simone ihn öfter bittet: „Brüll‘ mich nicht so an“.

Scooter "Jumping all over the world" (Sheffild Tunes)





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