Das versunkene Kloster in Bahrenfeld

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...Das versunkene Kloster in Bahrenfeld... 

An den Bahrenfelder See knüpft sich folgende Sage: An der
Stelle, wo jetzt der Bahrenfelder See liegt, stand früher ein
Kloster, welches in die Erde versunken sein soll. Denn die Klosterbrüder
hatten sich, so geht die Sage, der Schlemmerei und
Unzucht ergeben. Da sie dafür kein Geld hatten, wurde es
durch allerlei Ruchlosigkeiten, Betrug, Diebstahl, ja sogar durch
Mord herbeigeschafft. Nur der alte Sebaldus war von den
Mönchen unverdorben geblieben und ermüdete nicht, die
Brüder zu ermahnen.

Zuletzt, da alle Worte vergeblich waren,
drohte er sogar, zum Erzbischof in Hamburg seine Zuflucht zu
nehmen. Um diesem Schritte vorzubeugen, beschlossen die
Ruchlosen, Sebaldus zu töten. Es meldeten sich freiwillig zwei,
die einen besonderen Hass gegen ihr Opfer hegten. Als diese
in der Nacht bei Fackelschein in Sebaldus’ Zelle traten, wusste
er auch, was geschehen sollte.

Er kniete vor dem Kruzifix nieder
und betete: „Vater im Himmel, vergib...“ – weiter kam er
nicht; denn die Mörder zerschmetterten ihm den Schädel mit
Holzscheiten und schleppten ihn in den Keller, um ihn dort zu
verscharren. Als sie ein Loch in den Boden zu graben begannen,
wurde dieses plötzlich größer, das Erdreich rollte in die
Höhle, aus welcher blaugrüne Flammen loderten. Das ganze
Kloster versank mit Getöse in die Flammentiefe.

Als die Bauersleute
entsetzt ins Freie eilten, gewahrten sie an der Stelle
des Klosters einen übelriechenden Sumpf. Mit der Zeit hat sich
das Wasser geklärt und ist heutzutage so rein, dass in demselben
Fische schwimmen und auf ihm Enten und Schwäne sich
ihres Daseins freuen.


Aus: Frahm: Niedersächsische Sagen

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